|
| Autor |
Nachricht |
Shamiro Jungfisch
Anmeldungsdatum: 16.09.2007 Beiträge: 8
|
Verfasst am: 17.09.2007, 16:08 Titel: Zu grosse Differenz zwischen KH / GH |
|
|
Hallo an Alle,
obschon seit einigen Jahren die Aquaristik auch mein Hobby ist, brauche auch ich mal Hilfe von anderen Aquarianern und hoffe diese hier zu bekommen.
Eine Bekannte möchte in ihrem Becken Weichwasserfische (roter Neon) pflegen.
Werte laut Wasserwerk:
CH: 14,3 °dH
GH: 16,4 °dH
LW:
CH : 9°dH
GH: 18°dH
AQ:
CH: 5°dH
GH: 18°dH
Gemessen wurde mit flüssig Indikatoren. Keine Entsalzungsanlage im Haus installiert, daher ist mir ein Rätsel weshalb eine so grosse Differenz entstehen kann im LW.
Für rote Neons völlig ungeeignete und m.E. allgemein ungesunde WW für Fische und ein Aufbereitungsgerät würde doch auch nicht viel bringen. Da nach dem Mischverhältins wieder diese zu grosse Differenz besteht. Oder sehe ich die ganze Sache zu eng, aber mit solchen extremen WW musste ich mich bis anhin noch nie auseinandersetzen.
Antworten sehe ich mit grossem Interesse entgegen und Danke im voraus dafür.
Mit freundlichen Grüssen
Shamiro |
|
| Nach oben |
|
 |
K. de Leuw Mitglied
Anmeldungsdatum: 20.01.2007 Beiträge: 556
|
Verfasst am: 17.09.2007, 16:58 Titel: Re: Zu grosse Differenz zwischen KH / GH |
|
|
HAllo!
| Shamiro hat Folgendes geschrieben: |
Werte laut Wasserwerk:
CH: 14,3 °dH
GH: 16,4 °dH
LW:
CH : 9°dH
GH: 18°dH |
Reagenzien überlagert? Mal im Zoohandel wiederholen lassen? Mal eine andere Reagenzienmarke genommen?
| Zitat: |
AQ:
CH: 5°dH
GH: 18°dH |
Riecht nach biogener Entkalkung. Bei Kohlensäuremangel neigen manche Pflanzen dazu, sich beim Carbonat zu bedienen.
| Zitat: |
| Für rote Neons völlig ungeeignete und m.E. allgemein ungesunde WW für Fische und ein Aufbereitungsgerät würde doch auch nicht viel bringen. Da nach dem Mischverhältins wieder diese zu grosse Differenz besteht. Oder sehe ich die ganze Sache zu eng, aber mit solchen extremen WW musste ich mich bis anhin noch nie auseinandersetzen. |
Ich denke, Du siehst das zu eng. Die Karbonathärte kann man allerdings auch problemlos mit Mittelchen aus dem Zoohandel wiederholen.
Alternativ zur Wasserpanscherei könnte man natürlich auch den Neonsalmler in Leitungswaser pflegen, der verträgt das nach Gewöhnung.
Oder noch besser geeignet wäre der Kardinalfisch, wenn die Temperatur nicht zu hoch ist, ansonsten kümmert den das Wasser wenig.
Gruß, Klaus |
|
| Nach oben |
|
 |
Shamiro Jungfisch
Anmeldungsdatum: 16.09.2007 Beiträge: 8
|
Verfasst am: 17.09.2007, 22:23 Titel: |
|
|
| Zitat: |
| Reagenzien überlagert? Mal im Zoohandel wiederholen lassen? Mal eine andere Reagenzienmarke genommen? |
Gemessen wurde mit Reagenzien der Fa. Merck und das Ablaufdatum ist 2009. Ich denke es gibt kaum bessere Produkte als von diesem Hersteller. Ich bezweifle daher, dass im Zoohandel mit ihren Handelsüblichen genauer messen könen.
| Zitat: |
| Riecht nach biogener Entkalkung. Bei Kohlensäuremangel neigen manche Pflanzen dazu, sich beim Carbonat zu bedienen. |
Normalerweise wird durch das Ausfällen von Calciumcarbonat die GH und CH gesenkt, und dies ist nicht der Fall.
| Zitat: |
Ich denke, Du siehst das zu eng. Die Karbonathärte kann man allerdings auch problemlos mit Mittelchen aus dem Zoohandel wiederholen.
Alternativ zur Wasserpanscherei könnte man natürlich auch den Neonsalmler in Leitungswaser pflegen, der verträgt das nach Gewöhnung.
Oder noch besser geeignet wäre der Kardinalfisch, wenn die Temperatur nicht zu hoch ist, ansonsten kümmert den das Wasser wenig. |
Ich habe gelernt Fische nicht nach dem Versuch- und Irrtum-Prinzip zu halten, deshalb sorge ich dafür ihnen möglichst die Werte als Lebensraum zu bieten welche sie aus ihren natürlichen Habitate gewohnt sind. Dies möchte auch jene Bekannte. da es auch ihr einleuchtet, dass eine Spezie aus dem Amazonasgebiet, die seit zig Jahrhunderten in saurem, weichen Wasser lebt, ganz sicher nicht erwartet werden kann, dass sie auf Dauer in alkalischen und sehr harten LW schwimmt, ohne Schäden davonzutragen.
Da erinnert mich Ihre Ansicht schon eher an jene eines Händlers als an einen angachierten Aquarianer, bzgl. Roter Neon.
Dass die CH, anstelle von teuren Mittel aus dem Zoohandel, auch mit billigem Natriumhydroencabonat aus der Apotheke erhöht werden kann, sei nur am Rande erwähnt.
Eigentlich ging es mir nur darum einen Tipp oder Idee zu erhalten, wo/wer/was die CH vom Wasserwerk der Gemeinde zum Wasserhahn meiner Bekannten so tief sinken lässt. Insbesondere, da keine Anlage dafür im Haus installiert ist.
Mit freundlichen Grüssen
Shamiro |
|
| Nach oben |
|
 |
Frank Mitglied

Anmeldungsdatum: 01.05.2007 Beiträge: 64
|
Verfasst am: 18.09.2007, 03:50 Titel: |
|
|
Hallo!
| Shamiro hat Folgendes geschrieben: |
| Ich habe gelernt Fische nicht nach dem Versuch- und Irrtum-Prinzip zu halten, deshalb sorge ich dafür ihnen möglichst die Werte als Lebensraum zu bieten welche sie aus ihren natürlichen Habitate gewohnt sind.Dies möchte auch jene Bekannte. da es auch ihr einleuchtet, dass eine Spezie aus dem Amazonasgebiet, die seit zig Jahrhunderten in saurem, weichen Wasser lebt, ganz sicher nicht erwartet werden kann, dass sie auf Dauer in alkalischen und sehr harten LW schwimmt, ohne Schäden davonzutragen. |
Was macht Dich so sicher, dass die Schäden davontragen, wenn sie in anderen Werten als in ihren Lebensräumen vorhandenen schwimmen?
Welche Schäden entstehen da und warum?
| Shamiro hat Folgendes geschrieben: |
| Eigentlich ging es mir nur darum einen Tipp oder Idee zu erhalten, wo/wer/was die CH vom Wasserwerk der Gemeinde zum Wasserhahn meiner Bekannten so tief sinken lässt |
Kann es sein, dass der Wasserversorger hin und wieder auf andere Brunnen mit anderen Werten "umschaltet"?
Das Absinken der KH im AQ ist könnte durch den Umstand zu erklären sein, dass während der Nitrifikation KH verbraucht wird und möglicherweise zu wenige/geringe Wasserwechsel durchgeführt werden. _________________ Viele Grüße,
Frank |
|
| Nach oben |
|
 |
K. de Leuw Mitglied
Anmeldungsdatum: 20.01.2007 Beiträge: 556
|
Verfasst am: 18.09.2007, 11:24 Titel: |
|
|
| Shamiro hat Folgendes geschrieben: |
| Zitat: |
| Riecht nach biogener Entkalkung. Bei Kohlensäuremangel neigen manche Pflanzen dazu, sich beim Carbonat zu bedienen. |
Normalerweise wird durch das Ausfällen von Calciumcarbonat die GH und CH gesenkt, und dies ist nicht der Fall. |
Gesamthärte: Menge der Erdalkalimetallionen
Karbonathärte: Menge der Carbonationen
Oder?
Die biogene Entkalkung senkt letzteres, lässt aber die Metallionen unberührt.
| Zitat: |
Ich habe gelernt Fische nicht nach dem Versuch- und Irrtum-Prinzip zu halten, deshalb sorge ich dafür ihnen möglichst die Werte als Lebensraum zu bieten welche sie aus ihren natürlichen Habitate gewohnt sind. Dies möchte auch jene Bekannte. da es auch ihr einleuchtet, dass eine Spezie aus dem Amazonasgebiet, die seit zig Jahrhunderten in saurem, weichen Wasser lebt, ganz sicher nicht erwartet werden kann, dass sie auf Dauer in alkalischen und sehr harten LW schwimmt, ohne Schäden davonzutragen.
Da erinnert mich Ihre Ansicht schon eher an jene eines Händlers als an einen angachierten Aquarianer, bzgl. Roter Neon. |
1. Viele Fischarten haben eine große ökologische Potenz und erreichen auch bei Wasser, das stark von den Bedingungen in der Natur abweicht, die volle Lebenserwartung. Dass der Neonsalmler (nicht der Rote Neon!!!) nicht inder NAtur in härterem Wasser vorkommt, liegt daran, dass die Eier und Larven weiches Wasser benötigen.
2. Der Neonsalmler ist bereits domestiziert, d.h., 95 % der im Handel angebotenen Tiere stammen aus Nachzuchten über x Generationen und sind auf weniger extreme Wasserwerte als in ihrer Heimat selektiert.
3. Die extremen Wasserwerte der Natur nachzuahmen führt zu einem sehr schwer (zumal für Anfänger) zu beherrschendem Aquarium (z. B. Gefahr des pH-Sturzes aufgrund sehr geringer Pufferkapazität).
Bleibt noch zu erwähnen, dass die Lebenszeit des Neonsalmlers in der Natur sehr kurz ist: Die wenigen % Fische, die die Fortpflanzungsfähigkeit erreichen, pflazen sich mit einem Jahr fort und sterben zu über 90 % danach (weil die Bedingungen dort so optimal sind!). Auch in hartem Wasser (sehr hartes = °dH über 20) leben sie hingegen mehrere Jahre.
Die Wasserhärte in der Heimat des Kardinalfisches ist mir nicht bekannt, aber auch diese Art kommt mit hartem Wasser gut zurecht und ist bereits domestiziert (und in ihrer Heimat fast ausgestorben!).
| Zitat: |
| Dass die CH, anstelle von teuren Mittel aus dem Zoohandel, auch mit billigem Natriumhydroencabonat aus der Apotheke erhöht werden kann, sei nur am Rande erwähnt. |
Das ist aber erheblich schwieriger zu handhaben und einem ohne Ahung von Chemie nicht zuempfehlen, daher habe ich es mit Blick auf den unbekannten Bildungshintergrund Deiner Bekannten nicht erwähnt.
Eine Vermutung für sie Senkung der KH zwischen Wasserwerk und -hahn habe ich nicht, außer eben Messfehler. Diese können durchaus auch bei intaktem Reagenz am Reagenz liegen (d.h. an der Methode: Womit wird titriert, welche Farbstoffe werden verwendet), daher sollte mein Hinweis "nachmessen lassen" oder "anderes Reagenz" verwenden kein Zweifel an Deiner Fähigkeit sein, sondern resultiert aus nackter Laborerfahrung: Wr misst, misst Mist. Bevor also die abweichenden Werte nicht durch eine andere Methode verifiziert sind, vermute ich weiterhin Messfehler. Die Abweichung 18 (Deine Messung) zu 16,4 (Waserwerk) halte ich für systembedingt und normal, genauer sind die Messkits nicht.
Gruß, Klaus |
|
| Nach oben |
|
 |
Shamiro Jungfisch
Anmeldungsdatum: 16.09.2007 Beiträge: 8
|
Verfasst am: 18.09.2007, 22:47 Titel: |
|
|
Hallo Frank
| Zitat: |
| Was macht Dich so sicher, dass die Schäden davontragen, wenn sie in anderen Werten als in ihren Lebensräumen vorhandenen schwimmen? |
Von so vielen anderen Aquarianer höre und lese ich, dass ihnen der Rote Neon (um beim diesem zu bleiben) vorzeitig wegsterben und betrachten es als völlig normal diese ständig aufstocken zu müssen. In einem meiner Becken schwimmt ein Schwarm davon seit 6 Jahren. Sicher sind dafür noch andere Faktoren auch wichtig als nur die für sie angepassten WW. Aber dies gibt mir die Sicherheit, dass es nicht falsch sein kann und vorallem, dass ich mir keinen Vorwurf machen muss, wenn einer davon vorzeitig wegstirbt.
| Zitat: |
| Welche Schäden entstehen da und warum? |
P. axelrodi an Calconephrose (Blockieren der Nierentubuli durch Calciumsalze).
Ich bin weder Biologe noch Chemiker sondern halte mich nur an den Leitfaden von Dr.med vet Jutta Etscheidt und durch die Erfahrung in all den Jahren hat sich dies bestens bewährt.
Mit freundlichen Grüssen
Shamiro |
|
| Nach oben |
|
 |
K. de Leuw Mitglied
Anmeldungsdatum: 20.01.2007 Beiträge: 556
|
Verfasst am: 18.09.2007, 23:11 Titel: |
|
|
Hallo Frank,
| Zitat: |
| dass während der Nitrifikation KH verbraucht wird |
Das ist das erste Mal, dass ich davon höre, erzähl, was passiert da?
Gruß, Klaus |
|
| Nach oben |
|
 |
Shamiro Jungfisch
Anmeldungsdatum: 16.09.2007 Beiträge: 8
|
Verfasst am: 19.09.2007, 00:14 Titel: |
|
|
Hallo Klaus,
wie schon erwähnt, ich bin kein Chemiker und ich denke es ist fast nichts komplizierter als die Wasserchemie. Aber ich habe wengistens das Wissen für die Aquaristik gelernt, damit ich weiss, was im Wasser meiner Aq. vor sich geht bei Pflegemassnahmen und um den Fischen ihr Lebenselement so angenehm wie möglich zu machen.
Du sprichst den P. innesi an, was gibt mir das Recht diesen nicht in naturnahen WW zu pflegen, alles andere ist für mich "Hälterung". Und da stellt sich mir die Frage, weshalb bei Problemen mit Fischen von fast allen Helfern stets die erste Frage nach den WW ist, wenn diese keine so grosse Rolle spielt? Weil sie die Probleme dann an diesen leicht abhandeln können?
Ich war auch mal Anfänger, hatte mich aber nicht als erstes mit den Fischen befasst, sondern deren Lebenselement, die Fische waren dann das Sahnehäubchen.
Dass die Lebenszeit des P.innesi in der Natur sehr kurz ist, kann ich nicht als Entschuldigung für ein auch vorzeitiges Eingehen im Aq. gelten lassen. Schliesslich kommt auch niemand auf die Idee, dass die Lebenserwartung des als Heimtier beliebten Kaninchens mit 1 Jahr hoch genug sei, weil es in der Natur meist innerhalb seiner ersten Lebensmonate gerissen wird.
Aber auf die WW meiner Bekannte zurückzukommen, vermute ich auch eher Messfehler. Ich begleite sie nur über tel. Kontakte denn leider verfügt sie nicht über Internet und habe ihr meine Reagenzien der Fa. Merck nachträglich noch zugestellt um nochmals damit messen zu können. Mit genauen Angaben wie diese zu Handhaben sind. Ich werde sie aber bitten eine Wasserprobe nochmals im Zoogeschäft testen zu lassen.
Aber so nebenbei bemerkt, Du willst allgemein gesehen die Genauigkeit der Messkits der Fa. Merck dabei nicht etwa in Frage stellen? Ich habe ihr für den Start den Aquaquant für die Nitrit-Messungen mit den Abstufungen 0.00-0.1 mg/l zugestellt, ich kenne ansonsten kein handelsübliches Produkt das so tief messen kann.
Vielen Dank nochmals für die Beiträge und
freundliche Grüsse
Shamiro |
|
| Nach oben |
|
 |
Frank Mitglied

Anmeldungsdatum: 01.05.2007 Beiträge: 64
|
Verfasst am: 19.09.2007, 01:18 Titel: |
|
|
Hallo Klaus!
Im letzten Absatz wird es beschrieben: http://www.deters-ing.de/Gastbeitraege/Weichwasser.htm
Passiert bei mir auch des öfteren in den Aufzuchtbecken (ohne Pflanzen) bei entsprechend starkerer Fütterung. _________________ Viele Grüße,
Frank
Zuletzt bearbeitet von Frank am 19.09.2007, 02:30, insgesamt einmal bearbeitet |
|
| Nach oben |
|
 |
Frank Mitglied

Anmeldungsdatum: 01.05.2007 Beiträge: 64
|
Verfasst am: 19.09.2007, 02:15 Titel: |
|
|
Hallo Shamiro!
| Shamiro hat Folgendes geschrieben: |
Und da stellt sich mir die Frage, weshalb bei Problemen mit Fischen von fast allen Helfern stets die erste Frage nach den WW ist, wenn diese keine so grosse Rolle spielt? Weil sie die Probleme dann an diesen leicht abhandeln können?
|
Weil sie in den Foren nix anderes gerlent haben als sich auf Wasserwerte zu focussieren und einer den Scheiß vom anderen abschreibt?! Weil man Wasserwerte so schön an Zahlen festmachen kann?
Wenn man sich diese Helfer mal genauer unter die Lupe nimmt, sieht man sehr schnell, dass diese fast immer eine eher "überschaubare" Aquaristik ohne viel Erfahrungshintergrund betreiben.
Oft melden sich dann auch noch Leute zu Wort, die grad mal gelernt haben, dass Wasser nass ist. Und der Foren-Standardspruch lautet dann meist "wie sind denn deine Wasserwerte, ohne Wasserwerte können wir dir nicht helfen." Oder so ähnlich....
Schreiben die anderen ja auch alle immer und deshalb muss es ja stimmen. Zudem kann man damit auch schön seine Beitragszahl hochpushen.
Leute, die wirklich Ahnung haben, fragen ganz andere Sachen ab.
| Shamiro hat Folgendes geschrieben: |
In einem meiner Becken schwimmt ein Schwarm davon seit 6 Jahren. Sicher sind dafür noch andere Faktoren auch wichtig als nur die für sie angepassten WW. Aber dies gibt mir die Sicherheit, dass es nicht falsch sein kann und vorallem, dass ich mir keinen Vorwurf machen muss, wenn einer davon vorzeitig wegstirbt.
|
Das muss ja auch nicht falsch sein. Die Frage ist doch aber, ob es wirklich unbedingt nötig ist.
Brauchen Eisbären oder Pinguine diese teils extrem kalten Temperaturen?
Brauchen irgendwelche Krabbelviecher in der Wüste 50 Grad, wo sie sich im Sand verbuddeln müssen, um das zu überleben?
Oder haben die sich im Laufe der Evolution eine ökologische Nische erobert, in der sie gelernt haben zu überleben?
Brauchen "Weichwasserfische" unbedingt ein Wasser, das im Grunde durch seine Ionenarmut und den manchmal extrem niedrigen pH eher lebensfeindlich ist?
Sind diese Wasserwerte dann optimal oder nur Teil eines Wertebereichs, in dem die Fischart als Art überleben kann?
Warum leben die dort überhaupt?
| Shamiro hat Folgendes geschrieben: |
| Leitfaden von Dr.med vet Jutta Etscheidt |
Dann dazu auch weiterer Lesestoff:
http://www.datz.de/GHIZ2DH6oBXIaEIZ2DHAlAnYt.HTML?UID=1962D177C76B87B7EC23AE047DA8FD595BAA79BC5F8C
http://www.zbbf.de/forum/showthread.php?t=6246&highlight=Hetz
http://www.mittelameriquarium.de/aquarienchemie/wasserwerte.html
http://www.zierfischverzeichnis.de/artikel/wassergrenzwerte.htm _________________ Viele Grüße,
Frank |
|
| Nach oben |
|
 |
K. de Leuw Mitglied
Anmeldungsdatum: 20.01.2007 Beiträge: 556
|
Verfasst am: 19.09.2007, 11:08 Titel: |
|
|
| Shamiro hat Folgendes geschrieben: |
| Du sprichst den P. innesi an, was gibt mir das Recht diesen nicht in naturnahen WW zu pflegen, alles andere ist für mich "Hälterung". |
Hast Du einen Hund? Wellensittich? Wie naturnah werden denn unsere Haustiere gehalten? Der Hund als Jäger im Rudel, der Wellensittich im Schwarm in der Halbwüste, immer in Gefahr, dass die Wasserstelle trockenfällt und er verreckt?
Lasse ich meine Kletterfische einmal im Jahr sich für ein paar Monate in den Schlamm einbuddeln und halte sie ohne Wasser, nur feucht? Halten wir die Roten Neons so, dass nur ein Bruchteil von ihnen das Erwachsenenalter erreicht, weil die meisten gefressen werden, verhungern oder in Restwassertümpeln ersticken? Füttern wr sie so mager, dass sie nach dem ersten Laichen sterben?
Soviel zu naturnaher Haltung.
Es geht nicht um Naturnähe, sondern um Bedingungen, unter denen die Fische ein hohes Alter gesund erreichen. Und der Neonsalmler als gegenüber der Härte recht tolerante Fischart erreicht ein vielfaches seiner Lebenserwartung in der Natur im Aquarium, sowohl in weichem als auch in hartem Wasser.
Oft sind die aus der Heimat überlieferten Wasserwerte auch Momentaufnahmen:
Für meine Bankaschlangenköpfe, über die ich den (wahrscheinlich weltweit) ersten Nachzuchtbericht im Juli in der DATZ geschrieben hatte (und kurz davor in einer thailändischen Aquarienzeitschrift), gibt es nur einen Bericht zu den Wasserwerten: Sehr sauer (pH um 4) und weich. Unter diesen Bedingungen laichten sie zwar, aber die Eier entwickelten sich nicht, während es in schwach saurem Waser keine Probleme gab. Und die Jungen ziehe ichselbstverständlich in Leitungswasser auf, den sie wachsen dortt gut, zeigen tolle Farben, und die Wasserpflege ist erheblich einfacher.
Bedenke immer, dass weiches Wasser schwierige zu handhaben ist, einmal zu viel gefüttert und der pH-Wert kann sehr schnell sinken und die Fisch ins Jenseits befördern. Da ist es allemal empfehlenswerte, eine Fisch wie den Neonsalmler, der absolut keine Probleme mit härterem Waser hat, nicht in Weichwasser zu pflegen, zumal wenn man Anfänger ist oder das Aquarium zur Dekoration und Entspannung betreibt, nicht, um Fische zu erforschen und zu züchten.
| Zitat: |
| Und da stellt sich mir die Frage, weshalb bei Problemen mit Fischen von fast allen Helfern stets die erste Frage nach den WW ist, wenn diese keine so grosse Rolle spielt? Weil sie die Probleme dann an diesen leicht abhandeln können? |
Nicht alle Fischarten sind tolerant gegenüber allen Wasserwerten. Dem Roten Neon z.B. würde ich hartes Wasser nicht zumuten, Perlhuhnbärblinge vertragen kein saures Wasser usw.
| Zitat: |
| Ich war auch mal Anfänger, hatte mich aber nicht als erstes mit den Fischen befasst, sondern deren Lebenselement, die Fische waren dann das Sahnehäubchen. |
Untypisch. Ich kam zur Aquaristik durch ein paar neugeborne Black Mollys, die von einem Seewasserfisch, der die Nahrung verweigerte, auch verschmäht wurden.
| Zitat: |
| Dass die Lebenszeit des P.innesi in der Natur sehr kurz ist, kann ich nicht als Entschuldigung für ein auch vorzeitiges Eingehen im Aq. gelten lassen. |
Die Neonsalmler gehen nicht ein, sie werden im Aquarium in mittelhartem Wasser fünfmal so alt oder noch älter.
| Zitat: |
| Schliesslich kommt auch niemand auf die Idee, dass die Lebenserwartung des als Heimtier beliebten Kaninchens mit 1 Jahr hoch genug sei, weil es in der Natur meist innerhalb seiner ersten Lebensmonate gerissen wird. |
... oder durch widriges Wetter verreckt. Also ahmen wir auch beim Kaninchen die Bedingungen der Natur nicht nach, sondern haltensie so, dass sie älter werden.
| Zitat: |
Aber so nebenbei bemerkt, Du willst allgemein gesehen die Genauigkeit der Messkits der Fa. Merck dabei nicht etwa in Frage stellen? Ich habe ihr für den Start den Aquaquant für die Nitrit-Messungen mit den Abstufungen 0.00-0.1 mg/l zugestellt, ich kenne ansonsten kein handelsübliches Produkt das so tief messen kann.
|
In dem Moment, wo ich Tropfen (die Tropfengröße ist abhängig von der Temperatur, vom Winkel, in dem die Flache gehalten wird, usw) zähle, mit Küvetten Flüssigkeitsmengen abmesse oder Farben vergleiche, habe ich Fehlerquellen, die mit Glück nur bei 10 % liegen. Das ist aber auch völlig egal, denn die Genauigkeit reicht völlig aus.
Gruß, Klaus |
|
| Nach oben |
|
 |
fischtante Mitglied

Anmeldungsdatum: 16.11.2006 Beiträge: 526
|
Verfasst am: 19.09.2007, 11:13 Titel: |
|
|
Hallo,
mit der Wasserchemie kenne ich mich nicht so aus.
Ich habe allerdings schon mehrfach in verschiedenen Foren mitgelesen, dass die KH und die GH stark voneinander abweichen können.
Ich halte selbst den Roten Neonsfisch in einem Schwarm bei folgenden Wasserwerten:
PH 7,6
GH 16
KH 13
Das AQ ist durch viele Pflanzen nicht sehr hell, da sie es dunkler mögen. Sie haben tolle Farben und sind putzmunter.
Ich habe mich beim Kauf mit der "Begründung" des Verkäufers: "Die leben hier im Laden auch im Münchner Leitungswasser und bei mir zu Hause" für diese Tiere entschieden und habe eigentlich ein schlechtes Gewissen deswegen, weil ich ich nicht an die Bücher und Forenbeiträge gehalten habe.
Ich frage mich noch heute, ob der Kauf richtig war. _________________ Gruß Petra
"Mach das Beste aus Dir, etwas Besseres kannst Du nicht tun."
Ralph Waldo Emerson - 1803-82 -, amerik. Philosoph u. Dichter |
|
| Nach oben |
|
 |
K. de Leuw Mitglied
Anmeldungsdatum: 20.01.2007 Beiträge: 556
|
Verfasst am: 19.09.2007, 11:26 Titel: |
|
|
Hallo Frank,
nicht während der Nitrifikation wird Hydrogenkarbonat verbraucht, sondern durch die bei der Nitrifikation anfallende Salpetersäure. Das ist ein großer Unterschied.
Dadurch entsteht dann der gefürchtete Säuresturz. Puffersubstanzen wie Huminstoffe (auch im Mulm) und Nitrat- und Ammonium-Verbraucher können das verhindern.
Genau diesen Säuresturz habe ich ja als Grund angeführt, Fische, die es problemlos vertragen (wie z. B. die inzwischen zum Haustier gewordene Neonsalmler als Nachzuchten in der xten Generation), lieber in härterem Wasser zupflegen, als sie es in der Natur vorfinden.
Gruß, Klaus |
|
| Nach oben |
|
 |
K. de Leuw Mitglied
Anmeldungsdatum: 20.01.2007 Beiträge: 556
|
Verfasst am: 19.09.2007, 12:00 Titel: |
|
|
| Frank hat Folgendes geschrieben: |
| Shamiro hat Folgendes geschrieben: |
In einem meiner Becken schwimmt ein Schwarm davon seit 6 Jahren. Sicher sind dafür noch andere Faktoren auch wichtig als nur die für sie angepassten WW. Aber dies gibt mir die Sicherheit, dass es nicht falsch sein kann und vorallem, dass ich mir keinen Vorwurf machen muss, wenn einer davon vorzeitig wegstirbt.
|
Das muss ja auch nicht falsch sein. Die Frage ist doch aber, ob es wirklich unbedingt nötig ist. |
Beim Roten Neon gehe ich nach Literaturlage davon aus, dass das Wasser zumindest unter 8°dH haben sollte, nicht aber beim Neonsalmler.
| Zitat: |
| Brauchen Eisbären oder Pinguine diese teils extrem kalten Temperaturen? |
In der Gefangenschaft nicht, dort werden sie trotzdem älter als in der Natur, wobei es der Kaiserpinguin sicher kälter braucht als der Galapagospinguin. In der Natur brauchen sie die niedrigen Temperaturen, denn ohne die kein Packeis, auf dem der Eisbär seine Nahrung sucht. Und bei zu wenigen Eisschollenertrinkt er auch dem Weg zwischen ihnen. Und die Pinguine brauchen die kalten, nahrungsreichen Strömungen. Beide Tiergruppen brauchen zudem die Kälte, weil sie sonst von an wärmere Temperaturen angepassten Arten verdrängt würden. Der Eisbär läuft zudem Gefahr, sich genetisch mit dem Braunbären zu vermischen.
| Zitat: |
Brauchen irgendwelche Krabbelviecher in der Wüste 50 Grad, wo sie sich im Sand verbuddeln müssen, um das zu überleben?
Oder haben die sich im Laufe der Evolution eine ökologische Nische erobert, in der sie gelernt haben zu überleben? |
Gelernt nicht, die hatten die Anpassungen und habendie Bedingungen überlebt und haben sich fortgepflanzt oder sie hatten die Anpassungen nicht und sind gestorben oder zumindest nachwuchslos geblieben (wie der Neonsalmler in hartem Wasser: Er kommt gut damit zurecht, aber seine Eier nicht).
| Zitat: |
| Brauchen "Weichwasserfische" unbedingt ein Wasser, das im Grunde durch seine Ionenarmut und den manchmal extrem niedrigen pH eher lebensfeindlich ist? |
Schokoladenguramys und Prachtzweergguramys sicher, auch zum dauerhaften Überleben, weil deren Immunsystem mit der Keimzahl eines "lebensfreundlicheren Wassers" nicht zurecht kommt.
| Zitat: |
| Sind diese Wasserwerte dann optimal oder nur Teil eines Wertebereichs, in dem die Fischart als Art überleben kann? |
Je nach Art. Viele Tierarten (und auch Pflanzenarten) kommen ausgezeichnet mit Bedingungen zurecht, die nicht denen in ihrem natürlichen Lebensraum entsprechen, andere nicht, wieder andere nur in bestimmten Altersstufen.
| Zitat: |
| Warum leben die dort überhaupt? |
Weil sie dort nicht durch besser angepasste Konkurrenz verdrängt werden.
Sehr schön.
Wenn dort pH und nicht ph stehen würde, wäre die Seite perfekt. Der Autor spricht mir aus der Seele. Warum schreibe ich mir hier eigentlich die Fingekuppen platt?
Schöner Verriss von Ettscheid und Co.
Gruß, Klaus |
|
| Nach oben |
|
 |
Shamiro Jungfisch
Anmeldungsdatum: 16.09.2007 Beiträge: 8
|
Verfasst am: 19.09.2007, 16:21 Titel: |
|
|
| Zitat: |
| Schöner Verriss von Ettscheid und Co. |
Dies kannste laut sagen und ich bin nach all dem Gelesenen (vielen Dank an Frank für diese Links) doch etwas konsterniert, dass artgerechter WW in all den Jahren nicht nötig war oder sogar noch teilweise falsch. Aber nun stehe ich wie der berümte "Esel am Berg" und frag mich ob es für meine N.tranvestitus. Altum Scalare, D.filamentosus und S.osphromenoides auch keinen so grossen Aufwand mehr benötigt in Sachen Wasseraufbereitung.
Freundliche Grüsse
Shamiro |
|
| Nach oben |
|
 |
|